Mittwoch, 23. Februar 2011

Hinter den 7 Bergen, bei den 7 Zwergen ...


Die Wälder im Südwesten Australiens werden nicht umsonst mit den Worten „Giant Trees“ umschrieben. Die Eukalyptusbäume der Arten Karri, Marri und Jarrah können bis zu 85m hoch und 300 Jahren alt werden. Egal, ob man mit dem Auto hindurch fährt, wandert oder sein Lager aufschlägt, man fühlt sich wie ein Zwerg im Märchenwald. Wenn man die Baumwipfel anschauen will, muss man wirklich stehen bleiben und nach oben schauen, da man sonst stolpert oder gegen den nächsten Baum rennt. Die Eukalyptuswälder benötigen sehr viel Regen (1250mm im Jahr), aber auch natürliche Buschfeuer zur Regeneration. Unkontrollierte Feuer hingegen zerstören die Tier- und Pflanzenwelt. Deshalb gibt es sogenannte „Tower-Trees“. Das sind Beobachtungsstationen in den Baumwipfeln besonders hoher Bäume. Von da aus können Buschfeuer geortet werden. Einige dieser Tower-Trees sind auch für die Öffentlichkeit zugänglich. Der Bicentennial Tree ist 75m hoch und hat 130 „Stufen“. Die Kabine im Baumwipfel wiegt 2t und kann bis zu 1,5m in jede Richtung schwingen. Ganz schön wackelig da oben!







Die Region um Margaret River


Hier reiht sich ein Weingut am nächsten. Man startet so gegen 11 Uhr am Morgen und kostet sich durch die verschiedenen Weinsorten. Da sind edle Tropfen dabei … Aaam Naachmiddag gann mann sisch szwar nisch meer an de Naamen dr leggeren Dropfen ereninnern, hicks, abber gud schmeckt hats!

Man kann auch wunderbare Höhlen besichtigen (z.B. die Mammoth Cave). Das sollte man aber vor der Weintour einplanen.

Und dann gibt’s da noch so komische Tiere. Australien …






Rottnest Island


Diese kleine Insel liegt vor der Küste Perths. Sie ist 11km lang und 4,5km breit und eignet sich hervorragend dazu, per Fahrrad erkundet zu werden, da es eine autofreie Insel ist. Rottnest bekam ihren Namen 1696 vom niederländischen Entdecker Vlamingh. Er wollte damit an die vielen riesigen Ratten (Rottnest = Rattennest zu damaliger Zeit) erinnern, die er auf der Insel sichtete. Damit tat er den „Quokkas“, wie sie nun heißen, aber ganz schön Unrecht, was Kurzschwanzkängurus sind. Sehr zutrauliche Gesellen, die man auf der ganzen Insel beobachten kann. 





Mittwoch, 2. Februar 2011

„Freies“ Fremantle


Dieses wunderschöne Kunst- und Kulturstädtchen liegt an der Mündung des Swan River im Südwesten Australiens, 20km von Perth entfernt. Im damaligen Gebiet der Noongar – Aboriginies landeten 1829 die ersten Europäer mit dem Schiff HMS Challenger. In Fremantle stehen die ältesten Gebäude Westaustraliens. Aus der Zeit des Goldrausches sind noch wunderschöne Häuser erhalten, die das Stadtbild prägen. Vollkommen wird dieses bezaubernde Stückchen Erde durch die Lage am Meer mit herrlich klarem Wasser und weißem Sandstrand soweit das Auge reicht. Kleine Gassen mit internationalen Läden, Cafés und Restaurants laden zum Bummeln ein. Freitag bis Sonntag kann man sich durch die Gänge des Marktes schlängeln, auf dem es Köstlichkeiten aus aller Herren Länder gibt. Schlendert man durch die Straßen, wird man überall von der Musik der Straßenkünstler begleitet. 

Dank der öffentlichen Duschen und Toiletten am Strand, ist dieser wieder einmal unser Wohn- und Badezimmer geworden. Jeden Morgen vor dem Frühstück geht es erstmal eine Runde ins Meer zum Schwimmen. So kann der Tag nur gut werden. 

Für Kunst- und Kulturliebhaber wird jede Menge geboten. In das Kunstzentrum, in dem regelmäßig auch Musiker auftreten, erhält man freien Eintritt. Man kann dort sogar den Künstlern bei der Arbeit zuschauen, da man Zutritt zu allen Studios hat. Im Maritime Museum kann man die Liebe der Australier zum Meer und zur Schifffahrt wirklich spüren. Dort steht unter anderem die „Australia II“, die 1983 den Americas Cup gewann. Australien bebte. Es gab wohl kein anderes Thema mehr zu dieser Zeit. 1996 umsegelte ein 17-jähriger Australier die Welt in 264 Tagen, allein! 

Entlang des Swan Rivers kann man wunderbar Fahrrad fahren. Für unsere erste Tour wählten wir eine Route mit ca. 45km, die sich aber aufgrund der teilweise hügeligen Strecke und des Gegendwindes wie 80km anfühlte. Es gibt sehr gut ausgebaute Radwege den gesamten Fluss entlang. Man kann also verträumt die Landschaft genießen ohne ständig nach vorn schauen zu müssen (die anderen Radfahrer haben ja schließlich auch Klingeln). Nach der Hälfte der Strecke (also 50km) verspürten wir ein leichtes Hungergefühl und kehrten in die nächste Gelegenheit ein. Das war die Swan-Brauerei und wir dachten: „Super, Brauerei hört sich nach deftigem Essen an, große Portionen preiswert.“ Als wir uns in unseren Fahrradklamotten verschwitzt niederließen und die anderen Gäste betrachteten während wir auf die Speisekarte warteten, kam uns der Gedanke, dass es wohl doch nicht so preiswert werden würde. Der Blick in die Speisekarte bestätigte diesen Gedanken. Wir begnügten uns mit den Vorspeisen. Für mich gab es dann 3 Spargelspitzen mit 5 Blättern Wasserkresse für 20$ (das war die Anfangspreislage der Vorspeisen). Man lebt nur einmal. 
Die große Überraschung kam, als wir unser geliehenes Fahrrad zum Fahrradverleih zurück brachten und dafür bezahlen wollten. Da sagte uns der Händler, dass diese Fahrräder kostenlos verliehen werden als Service von der Stadt Fremantle. Unglaublich. Am Morgen machte ich noch meine Witze. Als er uns fragte, ob wir ein „freies“ Fahrrad wollen, sagte ich „Ja und bitte auch einen freien Parkplatz für unser Auto den ganzen Tag“. Wer rechnet schon damit, dass man wirklich ein Fahrrad für den ganzen Tag umsonst leihen kann. Hätten wir das mal vorher gewusst. Dann hätte es zu den 3 Spargelspitzen noch ein Stück Brot dazu gegeben!

Mit dem freien Eintritt in viele Einrichtungen, freien Ausstellungen, freien Konzerten die ganze Woche über, freien Stadtbus für viele Hauptstraßen, freien Fahrradverleih, freien Internet in der Bücherei und den freien Duschen und Toiletten hat diese Stadt ihren Namen wirklich verdient: Fre(e)mantle! Hier kann man durchaus leben!









Montag, 31. Januar 2011

Die weltbesten Scones

Typisch australisch ist wohl, dass man die Kontaktdaten seiner Freunde und Verwandten an andere Freunde weiter gibt, für den Fall, dass die mal in der Gegend sind und sich dann kennen lernen und die Heimat zeigen können. So haben wir die Mutter unseres Freundes aus Broome angerufen und sie hat uns zum Mittag zu sich nach Hause eingeladen, obwohl wir uns vorher weder jemals gesehen noch gehört haben. Nach dem Essen hat sie uns ihre Heimat gezeigt und als wir sie nach dem Rezept für ihre berühmten Scones gefragt haben, hat sie direkt das Backblech herausgeholt und angefangen mit uns zu backen. Sehr lecker. Vor allem mit hausgemachter Marmelade und Schlagsahne.
Liebe Freunde und Verwandte: wundert euch nicht, wenn ihr in nächster Zeit australischen Besuch bekommt. Ich habe jetzt diese Tradition übernommen. 

Höre stets auf den älteren Mann mit Stock!


Eines schönen Tages wollte ich mit unserem Van rückwärts ausparken und habe ordnungsgemäß nach links und rechts und hinten geschaut. Plötzlich war da dieser ältere Herr mit Stock, der die Hand hob und rief: „Halt, Stop!“ Ich dachte nur: „Kein Problem, ich sehe dich schon, ich fahre dich nicht um!“ Und als ich zu Ende gedacht hatte, gab es einen riesen Knall und ich bin mit Vollgas in ein Auto gefahren, das hinter mir geparkt hatte. Gedanklich war meine Reise nun zu Ende. Da kam der Besitzer, ein junger Mann, hat sich die Beule (die wirklich groß war – die Tür glich einer Hügellandschaft im Mittelgebirge) angeschaut und meinte nur: „Kein Problem, ich sammel die!“ Das war’s. Das Auto war alt, aber trotzdem konnte ich es nicht fassen. Ich stand dann noch so ca. eine Minute mit offenem Mund da und bin dann weiter gefahren. Australien. Der ältere Herr mit Stock war wie vom Erdboden verschluckt (er war aber nicht unterm Auto, ehrlich!).

Freitag, 28. Januar 2011