Dienstag, 26. Oktober 2010

Katherine "School of the air"

Das größte Klassenzimmer der Welt ist ca. 800.000km² groß. Die Schulkinder leben weit verstreut auf abgelegenen Farmen, in Fischersiedlungen oder Aborigine-Gemeinschaften und erhalten den Unterricht per Internet (früher per Radio). Wenn man in Katherine ist, darf man auf keinen Fall versäumen, dieses Klassenzimmer zu besuchen. Der Lehrer hat ein sehr modern ausgestattetes Büro mit mehreren PCs, Webcam, Mikrofon und schnellem Internetanschluss. Die Schüler, die mehrere hundert und tausend Kilometer entfernt leben, sind ebenso sehr modern ausgestattet (die Eltern bekommen die Ausstattung von der Regierung gegen eine geringe Gebühr) und so wird dann der Unterricht abgehalten. Wirklich unvorstellbar, wenn man es nicht mit eigenen Augen gesehen hat. Wir hatten das Glück, bei einer Schulstunde in einer ersten Klasse dabei zu sein (die Besucher können hinter einer schalldichten Glasscheibe den Unterricht mitverfolgen). Wenn man bedenkt, dass man im Outback oft nicht einmal einen Radiosender findet, ist es wirklich ein kleines Wunder, wie der Unterricht per Internet funktioniert. Die kleinen 6-jährigen Stöpsel sind total vertraut im Umgang mit Computer und Webcam. Ein kleines Mädchen zeigte ganz stolz seine zwei Meerschweinchen in die Kamera und erzählte, dass eines davon den Namen „Hinkebein“ trägt, da das Bein gebrochen ist. In dem Moment ist ihr das andere Meerschweinchen aus der Hand gefallen. Ich nehme an, das kann jetzt den Namen „Broken neck“ bekommen. Die Neuigkeiten, die die Kinder zu erzählen haben, sind natürlich ganz andere als die der Kinder in städtischen Schulen. Auf dem Land ist es an der Tagesordnung, dass über den Besuch einer King Brown (eine der giftigsten Schlangen überhaupt) im Wohnzimmer berichtet wird. Die meiste Zeit des Unterrichts saßen wir mit offenem Mund da.

Litchfield National Park








Der Litchfield National Park liegt 115km südlich von Darwin und ist ein bezauberndes Stückchen Erde. Das riesige Sandsteinplateau wird von 4 Wasserfällen durchzogen. Zwischen Buley Rockhole und den Florence Falls kann man wunderbar wandern. Der Weg führt durch Regenwald, in dem eine Luftfeuchtigkeit um 100% herrschen kann. Belohnen kann man sich mit einem Bad bei den Wangi Falls. Diese Wasserfälle führen das ganze Jahr Wasser und stürzen in ein idyllisches Schwimmloch. Eine echte Sehenswürdigkeit im Litchfield Park sind die gigantischen Termite Mounds, also Ameisenhügel, die wie Grabsteine aussehen. Termite Mounds kann man im Outback überall verstreut sehen und sie haben ganz unterschiedliche Formen. Es gibt 3 Arten: Tree-piping Termites, die um einen Baum herum gebildet werden, Cathedral Termite Mounds, die frei stehen und wie riesige Kleckerburgen aussehen und Floodplain Termites, die in Überflutungs-Ebenen stehen. Die cleveren Tierchen bauen ihre Unterkünfte nach einer speziellen Nord-Süd-Ausrichtung um eine perfekte Temperaturregulierung innerhalb der Hügel zu erlangen und sich somit vor den starken Temperaturschwankungen zu schützen.



Dienstag, 5. Oktober 2010

Darwin - eine gezeichnete Stadt






Aborigines haben tausende von Jahren auf dem Gebiet des heutigen Darwin gelebt. 1869 kamen weiße Siedler und gründeten Darwin. Goldfunde lockten Chinesen in das Gebiet. Viele versuchten sich auch als Perlentaucher. Darwin ist eine von Schicksalsschlägen geprägte Stadt. Nachdem es 1942 als einzige australische Stadt bombardiert und fast völlig zerstört wurde, erlitt es am Weihnachtsabend des Jahres 1974 schwere Folgen des Cyclones Tracy. Nach Tracy standen noch 400 von 12.000 Häusern. Immer wieder wurde die Stadt mühevoll wieder aufgebaut. Es gibt hier wunderbar viele Möglichkeiten, die Geschichte und Kultur Darwins kennenzulernen (häufig ohne Eintrittsgelder). Im Oktober beginnt hier die Regenzeit. Anfänge konnten wir schon bewundern. Der Himmel über dem Meer ist dann ein wahres Schauspiel (ja, der schwarze obere Rand des Bildes sind Wolken!).